Micron Document
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<title>Mönch und Nonne</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mönch und Nonne</span></h1>
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<p><b>Mönch und Nonne</b> (auch <i>Klosterziegel</i> oder <i>Priependach</i><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>; <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic">tuile creuse</span> oder <i>tuile canal</i> oder <i>tuile mâle et femelle</i>) sind im <a href="Bauwesen" title="Bauwesen">Bauwesen</a> volkstümliche<sup id="cite_ref-:0_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bezeichnungen für halbrunde Hohlziegel einer <i>Mönch-und-Nonne-<a href="Dacheindeckung" class="mw-redirect" title="Dacheindeckung">Dacheindeckung</a></i> (<i>Klosterdeckung</i><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>). Dabei werden die auf Dachlatten nebeneinander mit der <a href="Konkav_und_konvex" title="Konkav und konvex">konkaven</a> Seite nach oben verlegten <i>Nonnen</i> von umgekehrt über deren Stöße gelegten <i>Mönchen</i> abgedeckt.<sup id="cite_ref-:0_2-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_und_Verbreitung">Geschichte und Verbreitung</h2></div>
<p>Die Art der Mönch-und-Nonne-Ziegeldachdeckung stammt aus der <a href="R%C3%B6mische_Architektur" title="Römische Architektur">römischen Architektur</a> und man findet sie heute vor allem auf historischen Gebäuden, besonders auf Kirchen und <a href="Kloster" title="Kloster">Klöstern</a> im <a href="Mittelmeer" title="Mittelmeer">mediterranen</a> Raum, aber auch an normalen Wohnhäusern. Quer durch Frankreich verläuft eine klar erkennbare Nordgrenze der Häuser mit relativ schwach geneigten Dächern und Mönch-und-Nonne-Ziegeln.
</p><p>Auch im mittel- und nordeuropäischen Raum waren sie im Mittelalter an kirchlichen und repräsentativen Gebäuden verbreitet, bis sie meist durch <a href="Biberschwanz" title="Biberschwanz">Biberschwanzziegel</a> ersetzt wurden. Der Begriff der <i>Mönch- und Nonnendeckung</i> ist für <a href="L%C3%BCbeck" title="Lübeck">Lübeck</a> bereits seit 1294 belegt.<sup id="cite_ref-:0_2-2" class="reference"><a href="#cite_note-:0-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>

<p>In den <a href="Islam" title="Islam">islamischen</a> <a href="Maghreb" title="Maghreb">Maghreb</a>-Staaten sind wegen der geringen Regenfälle Flachdächer mit Dachterrassen vorherrschend. Dennoch wurden seit alters her die Dächer von <a href="Moschee" title="Moschee">Moscheen</a>, <a href="Madrasa" title="Madrasa">Medresen</a> (später auch von Königs- und Adelspalästen) mit grün glasierten Ziegeln gedeckt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herstellung">Herstellung</h2></div><p>
Mönch-und-Nonne-Ziegel entstehen durch Halbieren einer auf einer Töpferscheibe gedrehten ca. 40 cm langen, leicht konisch geformten und noch feuchten Tonröhre mittels einer dünnen Schnur. Die Hälften werden anschließend gebrannt und zuerst – beginnend an der <a href="Dachtraufe" title="Dachtraufe">Dachtraufe</a> und endend am <a href="Dachfirst" title="Dachfirst">First</a> – mit der Höhlung nach oben nebeneinander auf <a href="Dachlatte" title="Dachlatte">Dachlatten</a> gelegt; darüber wird eine zweite Lage mit der Aushöhlung nach unten gelegt. Dadurch entsteht ein regensicherer Verband. Den Ziegel der unteren Schicht bezeichnet man als „Nonne“, den der oberen als „Mönch“. Die leicht konische Form der Ziegel ermöglicht das Überlappen der jeweiligen Anfangs- bzw. Endstücke. In der Sonderform, dass „Mönch“ und „Nonne“ in einem Stück gebacken werden, nennt sich die Ziegelform <i>Klosterpfanne</i>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verlegung">Verlegung</h2></div>

<p>Die Nonnenziegel sind so auf die Lattung zu hängen, dass der Mönchziegel den zwischen zwei Nonnenziegeln entstehenden Zwischenraum überdecken kann. Die Deckung der Nonnenziegel kann mit Querschlag dicht am Kopf der Nonnenziegel, auf den die Nonnenziegel der darüberliegenden Ziegelschicht aufgedrückt werden, oder trocken erfolgen. Im letzteren Fall muss der fehlende Querschlag durch Innenverstrich ersetzt werden. Vollsattes Aufmörteln der Nonnenziegel ist unzulässig. Die Mönchziegel überragen die Fußlinien der Nonnenziegel um mehrere Zentimeter. Aus diesem Grund werden in der Traufschicht, um eine gerade Kante zu erhalten, die Mönchziegel nach oben geschoben oder geschnitten. Für das firstseitige Gebinde sind Firstanschluss-Mönchziegel zu verwenden. Die Mönchziegel werden am Kopf mit Mörtel gefüllt und mit zwei Längsschlägen versehen aufgesetzt. Außerdem sind die Scheinstellen von innen zu verstreichen. Die Hohlräume, die an der Traufe entstehen, sind bei massivem Gesims aufzufüllen, oder beim Holzgesims ist ein den Bogenformen der Nonnenziegel entsprechend zugeschnittenes Gesimsbrett anzubringen. Die Mindestüberdeckung bei der Mönch-Nonnen-Ziegeldeckung beträgt 80 mm. Der maximale Traglattenabstand ergibt sich aus der Nonnenziegellänge abzüglich der Mindestüberdeckung.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Tegula_und_Imbrex" title="Tegula und Imbrex">Tegula und Imbrex</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans Eckert: <i>Das Dach und seine Deckung.</i> Rudolf Müller, Köln 1956.</li>
<li><a href="Hans_Koepf" title="Hans Koepf">Hans Koepf</a>, <a href="G%C3%BCnther_Binding" title="Günther Binding">Günther Binding</a>: <i>Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar</i> (= <i>Kröners Taschenausgabe.</i> Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf">Digitalisat auf moodle.unifr.ch</a>, abgerufen am 3. Februar 2024), S. 334 f.: <i>Mönch- und Nonnendach</i>.</li>
<li><a href="Otto_Lueger" title="Otto Lueger">Otto Lueger</a>: <i>Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 5</i>. Stuttgart und Leipzig 1907, S. 105: <i>Hohlziegeldach</i>. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Lueger-1904/A/Hohlziegeldach">Abschrift auf zeno.org</a>, abgerufen am 3. Februar 2024)</li>
<li><a href="Johann_Friedrich_Penther" title="Johann Friedrich Penther">Johann Friedrich Penther</a>: <i>Ausführliche Anleitung zur bürgerlichen Bau-Kunst (Band 1): Enthaltend ein Lexicon Architectonicum oder Erklärungen der üblichsten Deutschen, Französischen, Italiänischen Kunst-Wörter der Bürgerlichen Bau-Kunst (…).</i> Johann Andreas Pfeffel, Augspurg 1744, S.&nbsp;110: <i>Münch und Nonne</i>. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/penther1744/0124/image,info">Digitalisat des Textes auf digi.ub.uni-heidelberg.de</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/penther1744/0214/image,info">Tafel XXX, Fig 1</a>; abgerufen jeweils am 15. Februar 2024)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Monk_and_nun_roofs?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Mönch-und-Nonne-Dächer</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Nonne" class="extiw external" title="wikt:Nonne">Wiktionary: Nonne</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de/wissen/baukunst/g-i-baukunst/hohlziegel/">Hohlziegel</a>,</i> auf denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fotografie-architektur.de/stockphoto-galerie-5-d05.html"><i>Mönch-und-Nonne-Dächer im Mittelmeerraum – Fotos + Kurzinfos</i></a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de/wissen/baukunst/g-i-baukunst/hohlziegel/"><i>Hohlziegel.</i></a> In: <i>denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de.</i> 2012,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 3.&nbsp;Februar 2024</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AM%C3%B6nch+und+Nonne&amp;rft.title=Hohlziegel&amp;rft.description=Hohlziegel&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fdenkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de%2Fwissen%2Fbaukunst%2Fg-i-baukunst%2Fhohlziegel%2F&amp;rft.date=2012">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-:0-2"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_2-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_2-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_2-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Hans_Koepf" title="Hans Koepf">Hans Koepf</a>, <a href="G%C3%BCnther_Binding" title="Günther Binding">Günther Binding</a>: <i>Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar</i> (= <i>Kröners Taschenausgabe.</i> Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://moodle.unifr.ch/pluginfile.php/975203/mod_resource/content/0/KOEPF%2C%20BINDING%2C%202005%2C%20Bildwoerterbuch%20der%20Architektur.pdf">Digitalisat auf moodle.unifr.ch</a>, abgerufen am 3. Februar 2024), S. 334 f.: <i>Mönch- und Nonnendach</i>.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><big><a href="Hans_Vogts" title="Hans Vogts">Hans Vogts</a>: <i>Dach</i>. In: <a href="Reallexikon_zur_Deutschen_Kunstgeschichte" title="Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte">Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte</a>, Bd. III, 1959, Sp. 911–968 (hier: Kapitel C.5.a, <i>Klosterziegel</i>). <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rdklabor.de/wiki/Dach#a.29_Klosterziegel">Abschrift auf rdklabor.de</a>, abgerufen am 3. Februar 2024.</big></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Wilfried_Koch" title="Wilfried Koch">Wilfried Koch</a>: <i>Baustilkunde</i>. Orbis, München 1994. ISBN 3-572-00689-9, S. 476.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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